Krankenhaus-Fusion nicht auf Kosten der Mitarbeiter

Kommunalpolitik

Nach inzwischen fast 10 Jahren vergeblichen Bemühens das Defizit (zuletzt ca. 8 Mio.€ pro Jahr) des in städtischer Hand befindlichen Höchster Krankenhauses in eine schwarze Null zu verwandeln, soll nun nach dem Willen von CDU und Grünen die Fusion des Klinikums Höchst mit den Kliniken des Main-Taunus-Kreises in Bad Soden und Hofheim die Lösung bringen. Dies sei „die beste aller möglichen Lösungen für die Patienten“, sagt Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne).

Mit dieser Fusion werden gravierende Einsparungen beim Personal in Höchst einhergehen. Bis 2021 wird die Dezernentin 110 Stellen abbauen und künftig die Einkommen und die Altersversorgung der Beschäftigten auf das niedrigere Niveau in Bad Soden und Hofheim absenken. Grüne und CDU begründen dies damit, dass in Höchst die Personalaufwandsquote zu hoch sei und die Hälfte des Defizits durch die Personalkosten entstehen würde. Doch die Ursachen des Defizits in Höchst liegen in Wirklichkeit woanders.

4-5 Mio.€, und damit mehr als die Hälfte, entsteht weil  das Klinikum die bei der Behandlung in der Notaufnahme entstehehenden Kosten von den Kassen nicht vollständig erstattet bekommt. Weiterhin verursacht der marode Altbau immense Kosten für Reparaturen sowie für Heizung und Energie. Würde der Neubau schon stehen, wie es eigentlich auch vorgesehen war, hätte Höchst heute zudem sicher mehr Patientetn. Diese gehen zurzeit in Kliniken in der Nähe, weil diese bereits modernisiert sind. Mehr Patienten bedeuten aber mehr Einnahmen.

Also  4-5 Mio.€ weniger Defizit, wenn das Klinikum seine Behandlungskosten in der Notaufnahme in vollem Umfang erstattet bekommt und die ein oder andere Million weniger Betriebskosten, wenn der Neubau steht und dazu Mehreinnahmen durch mehr Patienten. Da bleibt vom Gesamtdefizit von 8 Mio. € nicht mehr viel bis gar nichts mehr übrig. Die Fusion, die Frau Heilig „als die beste aller möglichen Lösungen...“ bezeichnet, hätte es für die Umsetzung dieser Maßnahmen nicht gebraucht.

Als Folgen der Fusion steht das Klinikum ab kommendem Jahr aber nicht mehr unter der alleinigen Verfügungsgewalt der Stadt und die Mitarbeiter in Höchst müssen zukünftig durch finanzielle Einbußen ein Defizit ausgleichen, das sicherlich nicht von einem überhöhten Gehaltsgefüge einer Krankenschwester oder eines Pflegers herrührt.
 
Hubert Schmitt
(Vorsitzender der SPD-Fraktion im Ortsbeirat 6)