Den Westen angeschmiert

Kommunalpolitik

Hubert Schmitt (SPD): Bildungsdezernentin Sarah Sorge nimmt dem Westen ein Gymnasium weg

Hubert Schmitt, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen), spricht unumwunden von einem Skandal. „Die Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne) hat die Menschen im Frankfurter Westen angeschmiert“, sagt er und meint damit die jetzt plötzlich und völlig unerwartet getroffene Entscheidung, das neue Gymnasium entgegen der ursprünglichen Ankündigung nicht in Nied sondern auf dem Campus Westend in der Nähe der Uni zu errichten.

Was Schmitt dabei besonders empört ist, dass Frau Sorge Anfang diesen Jahres besonders betont hatte, dass sie sich ganz bewusst für Nied entschieden habe, weil durch das neue Gymnasium der Schulstandort im Frankfurter Westen aufgewertet werden würde. „Das wäre auch bitter nötig gewesen, denn im Westen gehen nach der Grundschule nur 34% der Kinder aufs Gymnasium, während es im übrigen Frankfurt 58% sind“, erläutert der Sozialdemokrat. „Es ist längst an der Zeit, dass für die Verbesserung der Bildungschancen für die Kinder im Frankfurter Westen etwas getan wird.

Doch was Sarah Sorge eben noch wichtig war, gilt nun mit einem Schlag nicht mehr. Das neue Gymnasium, das erst vor 6 Wochen in einer Containerschule provisorisch in Höchst seinen Betrieb aufgenommen hat, nimmt die Dezernentin dem Frankfurter Westen nun wieder weg  Und sie freut sich darüber, dass das neue Gymnasium nun mit der Uni kooperieren kann. Als ob diese Kooperation nicht auch möglich wäre, wenn die Schule Nied ihren Standort in Nied hätte.“

Für Hubert Schmitt ist das dann auch nur ein fadenscheiniges Argument. Der wirkliche Grund für die plötzliche Abkehr vom Nieder Standort liegt für den Sozialdemokraten darin, dass sich die grüne Dezernentin über die Seveso-Problematik nicht rechtzeitig richtig ins Bild gesetzt hat. Jetzt spreche sie davon, dass für das Nieder Grundstück erst noch planungsrechtliche Fragen bezüglich der Seveso-Richtlinie geklärt werden müssten, bevor dort eine Schule entstehen könne. Doch bisher hatte sie immer gesagt, dass 2016 das Gymnasium sicher nach Nied käme.

„Jetzt kommt das Gymnasium aber statt nach Nied ins Westend, wo es im nahen Umkreis bereits mehrere Gymnasien gibt. Die Erwartungen, die Frau Sorge im Westen geweckt hatte, hat sie selbst  enttäuscht. Dass sich die Dezernentin für die Verbesserung der Bildungschancen der Kinder im Frankfurter Westen einsetzt, nimmt ihr in Nied und den anderen westlichen Stadtteilen jetzt niemand mehr ab“, sagt Hubert Schmitt. (ovni)